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35. Kongress der DGE-BV: Expedition in den Dünndarm
Stuttgart, März 2005 - Der Dünndarm - obwohl mit mehr als 3 m Länge der längste Teil des Gastrointestinaltraktes - gehört wegen seiner schweren Zugänglichkeit zu den diagnostischen Problemgebieten in der Medizin. Die bislang übliche Röntgendarstellung mit Kontrastmittel ist relativ aufwendig, oft nicht zielführend und erlaubt auch keine unmittelbaren therapeutischen Maßnahmen. In den letzten zwei Jahren wurden nun zwei konkurrierende Methoden entwickelt, um bessere Möglichkeiten der Krankheitserkennung und damit auch bessere Behandlungsmöglichkeiten zu erreichen: Ein revolutionäres Hightech-Verfahren ist die so genannte Kapselendoskopie. Hier wird eine winzige, zirka bohnengroße Telemetriekapsel wie eine Tablette vom Patienten geschluckt. Die Kapsel sendet aus dem Körperinneren Bilder nach außen, wo sie empfangen und in Form eines laufenden Films dargestellt und ausgewertet werden können. Die Kapsel wandert also durch den Darm und filmt während des Durchganges die passierte Oberfläche; auf diese Weise macht sie Tumore, Blutungsquellen und andere krankhafte Befunde unmittelbar sichtbar.
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Kapselendoskopie verbessert Diagnose bei Morbus Crohn mit Dünndarmbeteiligung
Mit Hilfe der Kapselendoskopie ("Kamerapille") lassen sich offenbar Dünndarmläsionen bei Morbus Crohn besser erkennen, als mit einer Computertomographie mit Enteroklysma allein.
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Dünndarm untersuchen und gleichzeitig behandeln
Bis vor kurzem galt der Dünndarm als "black box" des Verdauungskanals. Wegen seiner Länge von etwa fünf Metern und seiner schweren Zugänglichkeit stießen herkömmliche Untersuchungsverfahren wie Magen- und Darmspiegelung hier bislang an ihre Grenzen. Eine deutliche Verbesserung hat zwar seit einigen Jahren die so genannte Kapsel-Endoskopie gebracht, bei der mit Hilfe einer Videokapsel kontinuierlich Bilder aus dem Dünndarm aufgezeichnet werden. Allerdings nur im Hinblick auf die Diagnostik. Eine Gewebeentnahme und eine Behandlung sind mit dieser Methode nicht möglich. Die Medizinische Klinik B des Universitätsklinikums Münster (UKM), die international zu den Vorreitern bei der Entwicklung und Anwendung neuer endoskopischer Techniken zählt, ist auf diesem Gebiet jetzt einen weiteren entscheidenden Schritt weiter: Als eine von bislang erst ganz wenigen Kliniken in Europa kommt hier jetzt ein in Japan entwickeltes Verfahren zum Einsatz, mit dem erstmals nicht nur der gesamte Dünndarm eingesehen werden kann, sondern vor Ort auch Gewebeproben entnommen und Schadstellen behandelt werden können.
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Als erste Klinik in Berlin und für die neuen Bundesländer bietet die Charité jetzt am Campus Benjamin Franklin die sogenannte "Doppel-Ballon-Enteroskopie" (DBE) an. Mit dieser neuen Technik ist es erstmals möglich, den gesamten Dünndarm gezielt von innen her zu untersuchen und gleichzeitig therapeutisch einzugreifen. Die Doppel-Ballon-Enteroskopie kommt vor allem für Patienten in Betracht, die unter unklaren Blutungen, Morbus Crohn, Dünndarm-Lymphomen oder Polypen leiden. Das neue Endoskopie-System wurde von der japanischen Firma "Fujinon" entwickelt und kostet 83.000 Euro.
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Der Wert des C-reaktiven Proteins (CRP) ist bei Kindern mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin (6-MP) behandelt werden, ein verläßlicherer Parameter zur Bestimmung der Entzündungsaktivität als die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit. Das jedenfalls legen Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie nahe.
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Röntgenverfahren zur Dünndarmuntersuchung sind möglicherweise nicht empfindlich genug, um sämtliche gravierenden Strikturen im Darm bei Morbus Crohn zu entdecken. Ärzte der Northwestern University in Chicago berichten jetzt von einem Fall eines Patienten mit Morbus Crohn, bei dem 9 Strikturen im letzten Dünndarmteil (Ileum) mit Hilfe der Kapselendoskopie entdeckt wurden, die zuvor mit röntgenologischen Verfahren übersehen wurden. Die Strikturen waren so ausgeprägt, daß eine Operation notwendig war.
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Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung und einem Ileostoma haben keinen signifikant verschiedenen Vitamin B12-Level im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung. Die Autoren einer diesbezüglichen Studie empfehlen deshalb keine Routineerhebung des Vitamin B12-Levels bei diesem Personenkreis, sondern nur, wenn zusätzlich Dünndarmresektionen vorgenommen wurden oder der Dünndarm weiterhin entzündet ist.
Siehe: Jayaprakash A, Creed T, Stewart L, Colton B, Mountford R, Standen G, Probert C Should we monitor vitamin B(12) levels in patients who have had end-ileostomy for inflammatory bowel disease? Int J Colorectal Dis. 2003 Nov 15 [Epub ahead of print] Zum Abstract
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Die Videokapsel zur Dünndarmuntersuchung wird am Donnerstag, den 6. November 2003 ein Thema in der Knoff-Hoff-Show im ZDF sein. Die Sendung beginnt um 20.15 Uhr.
Pressemitteilung von Given imaging
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Einer neuen Studie zufolge bleiben mit der sogenannten "virtuellen Koloskopie" 27% aller kolorektalen Läsionen unentdeckt, darunter präkanzeröse Dickdarmpolypen und Dickdarmkrebs. Forscher der Universität von Michigan und des Ann Arbor VA Medical Center arbeiteten zusammen mit Kollegen von der Universiät von Iowa eine Meta-Analyse, die 16 Studien zur virtuellen Koloskopie umfaßt, aus. Bei der virtuellen Koloskopie werden mit Hilfe von röntgenologischen oder Magnetresonanzverfahren gewonnene Daten im Computer graphisch aufbereitet, so daß eine Darmspiegelung am Bildschirm simuliert werden kann.
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Given Imaging, Hersteller der Videokapsel M2A zur endoskopischen Untersuchung des Dünndarms ("Kamerapille"), wird auf der 11. European Gastrointestinal Week (UEGW), die vom 1. bis 5. November in Madrid statfindet, ein neues Kapselsystem vorstellen, mit dem Verengungen im Dünndarm durch Narbenbildung oder Verwachsungen erkannt werden sollen.
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